Praktikum im Europa- und Wahlkreisbüro – Erfahrungsbericht von Simon Schuling

Ende 2014 erreicht uns eine spannende Mail: Der 16-jährige Schüler Simon Schuling will’s wissen: „Redet ein Abgeordneter eigentlich nur so daher oder meint der ernst, was er sagt?“ Simon spielte mit seiner Frage auf das Angebot von Jens Gieseke bei einem Besuch der Schule an: „Wer Interesse an meiner Arbeit hat, kann mich in Brüssel oder Papenburg besuchen.“ – Gieseke meint es ernst – und er hat den Schüler eingeladen. Simon hat das so erlebt:

„In den Osterferien durfte ich Jens Gieseke bei seinen Besuchen in Spelle, Georgsmarienhütte und Bad Rothenfelde begleiten. Zunächst jedoch besuchte ich am Tag zuvor das Europa- und Wahlkreisbüro des Abgeordneten in Papenburg. Johannes Lis, der Büroleiter von Jens Gieseke, führte mich dabei durch den Tag. Er zeigte mir, wie er versucht, Jens möglichst gut zu unterstützen.

Am nächsten Tag fuhr ich dann mit Jens Gieseke um kurz vor acht Uhr morgens zum Rathaus nach Spelle. Dort haben uns unter anderem die Bürgermeister der Gemeinden Spelle und Schapen und der Samtgemeindebürgermeister begrüßt. In einem zweistündigen Gespräch zeigten sie uns die generell sehr positiven Entwicklungen der Samtgemeinde Spelle auf. Es ging aber auch um politisch heikle Themen wie z.B. um Fracking in Lünne oder um Nachwuchssorgen in der Politik.

Nächste Station unserer Tour war Georgsmarienhütte. In der Präsentation im Rathaus wurden uns insbesondere die Maßnahmen zur Umstrukturierung des alten Stahlwerkes und zum Hochwasserschutz vorgestellt. Dabei überraschte mich, wie sehr die Stadt von EU-Fördergeldern profitiert. Danach besichtigten wir ein Werk der Firma Wendt Maschinenbau, in der im Rahmen der Umstrukturierungsmaßnahmen in alten Hallen neue hochtechnisierte Maschinen hergestellt werden.

Als letztes besuchten wir die Schüchtermann-Klinik und das CarpeSol in Bad Rothenfelde. Zu Beginn präsentierte uns (neben Jens Gieseke und mir auch einigen anderen Kommunalpolitikern wie z. B. dem Bürgermeister) der Chef der Klinik, Michael Böckelmann,  das sehr erfolgreiche Krankenhaus. Hierbei fand ich sehr bemerkenswert, was für einen großen Einfluss die Europapolitik auf die Klinik nehmen kann.

Insgesamt haben mir die zwei Tage sehr gut gefallen, denn ich habe viele neue Dinge kennengelernt und konnte tiefe Einblicke in die Arbeit des Europaparlamentsabgeordneten gewinnen. Ich bin sehr froh und dankbar über die Erfahrungen, die ich machen durfte.“ (Simon Schuling)

2015-03-26 17.13.56

Europaabgeordneter besucht GOBS Lathen

Im Rahmen des Politikunterrichts besuchte der Europaabgeordnete Jens Gieseke (CDU) die GOBS Lathen.

Herr Gieseke wurde von den Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 9 und 10 eingeladen um über die Arbeit als Abgeordneter im Europaparlament zu berichten und um Fragen zum aktuellen politischen Geschehen zu beantworten.

Zunächst verfolgten die Schülerinnen und Schüler einen Vortrag Giesekes, in welchem er leidenschaftlich für die europäische Integration und die damit verbundenen Vorteile für die Bürger Europas warb. Er führte u. a. die Einführung des Euros und den Wegfall der Grenzkontrollen als große europäische Errungenschaften an.

Zu den aktuellen politischen Themen wie dem “Ukraine-Russland-Konflikt” und der Finanzkrise in Griechenland fand Gieseke deutliche Worte.

Er verurteilte die russische Haltung im Ukraine Konflikt und forderte von der griechischen Regierung konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung der Finanzkrise. Eine Befürwortung weiterer Finanzhilfen nach Griechenland schloss er ohne die Mitarbeit der griechischen Regierung aus.

Im Anschluss an den Vortrag, nahm sich Gieseke viel Zeit für die zahlreichen Fragen der Schüler. Die Fragen bezogen sich sowohl auf den Berufsalltag in Brüssel und Straßburg, als auch auf die aktuellen politischen Themen. Auf die Frage eines Schülers, wie er zu Putin und Obama stehe entgegnete er: “Ich würde eher mit Obama einen Kaffee, als mit Putin einen Wodka trinken.”

Durch den Besuch Giesekes konnten die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in das alltägliche politische Geschehen in Europa aus der Sicht eines Abgeordneten bekommen und sich über aktuelle politische Themen aus erster Hand informieren.

(Text/Bild: Andre Zielinski)

Masterplan Ems: „Jetzt an einem Strang ziehen“

Papenburg. Mit Sorge blickt der Europaabgeordnete Jens Gieseke (CDU) auf die Entscheidung des Leeraner Kreistages am Montag. Auch wenn der Masterplan Defizite aufweise und die Landesregierung hier unzureichend agiert habe: „Es ist wichtig, jetzt über Partei- und Landkreisgrenzen hinweg an einem Strang zu ziehen“. Die aktuelle Chance auf eine dauerhafte Lösung für die Ems nannte er „historisch“.

„Der Widerstand war vorhersehbar,“ meint Gieseke, der sich in vielen Gesprächen mit der Kritik am Masterplan auseinander gesetzt hat. Die Verhandlungsführung der Landesregierung sei in dieser Hinsicht unzureichend gewesen. „Es ist gut, dass die Landesregierung diese Fehler jetzt aufarbeitet.“ Damit verweist Gieseke auf die jüngsten Äußerungen von Staatssekretärin Honé, die Betroffenen in eine Steuerungsgruppe einzubeziehen. Wenn diese Initiative auch spät komme, sei sie richtig.

Schon auf einer Podiumsdiskussion in Westoverledingen hatte der Parlamentarier auf die Defizite des Masterplans hingewiesen: „Wir müssen die Schwächen des Vertrages heilen und die Landwirtschaft stärker einbeziehen.“ Am Ende müsse aber auch der Wirtschaftsstandort Papenburg gesichert werden. „Wir dürfen hier die Interessen nicht gegeneinander ausspielen.“

Gieseke hatte Anfang des Jahres in verschiedenen Gesprächen mit dem Umwelt-Generaldirektor Karl Falkenberg die Situation an der Ems diskutiert. „Die Europäische Kommission wird das Vertragsverletzungsverfahren umgehend einleiten, sollte der Masterplan scheitern,“ so der Abgeordnete. Die Entscheidungen über die Region lägen dann in Brüssel und schließlich in der Hand des Europäischen Gerichtshofes in Luxemburg. „Das wäre die schlechteste Variante,“ so Gieseke. Jetzt habe die Region noch die Chance, die Kontrolle über das Verfahren in der Hand zu behalten.

Mindestlohngesetzgebung: Keine Überregulierung zu Lasten von Speditionsunternehmen

Mit der Verabschiedung des Mindestlohns in Deutschland begann auch die Diskussion über die Anwendung der neuen Gesetzgebung auf ausländische LKW-Fahrer, die Deutschland lediglich durchqueren. Solche Überregulierungen sind jedoch kontraproduktiv.

Mit den im Dezember erlassenen Mindestlohn-Meldeverordnungen werden generell auch ausländische Spediteure verpflichtet, LKW-Fahrern für die bloße Durchreise über deutsche Straßen den Mindestlohn von 8,50 Euro je Stunde zu zahlen. Diese Vorgehensweise stellt die Speditionen mit Standort in Deutschland vor erhebliche Probleme. Wir müssen unbedingt vermeiden, dass durch derartige Überregulierungen unsere Spediteure einen Wettbewerbsnachteil erleiden. Auch unsere Nachbarländer wie Polen oder Tschechien sehen ihre Wettbewerbsfähigkeit durch die deutsche Mindestlohnregelung gefährdet.

Die Europäische Kommission hat daher zu Recht ein Pilotverfahren – die Vorstufe eines Vertragsverletzungsverfahrens – gegen die Bundesregierung eingeleitet. Die Regelung ist nicht konform mit geltendem EU-Recht. Die Bundesregierung hat daraufhin Ende Januar den Mindestlohn im Transitverkehr bis zur finalen Klärung der rechtlichen Fragen ausgesetzt. Es ist wichtig, dass wir hier eine europäische Lösung finden.

EVP gegen allgemeines Recht auf Abtreibung

In dieser Woche haben wir im Parlament über einen Bericht zur Gleichberechtigung aber auch zu einem allgemeinen Recht auf Abtreibung abgestimmt. Die Abstimmung zum sogenannten Tarabella-Bericht hat viele Menschen sehr beschäftigt. In den vergangenen Tagen erreichten mich tausende Nachrichten von besorgten Bürgern, die mich gebeten haben, den Vorschlag auf ein allgemeines Recht auf Abtreibung abzulehnen. Ich teile diese Bedenken und habe mich daher entschlossen, gegen den Tarabella-Bericht zu stimmen.

Zwar enthält der Tarabella-Bericht gute Vorschläge zur Verbesserung der Gleichstellung von Frauen und Männern; Gewalt gegen Frauen, Zwangsprostitution, Altersarmut, die bestehende Lohnlücke zwischen den Gehältern von Männern und Frauen oder die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind wichtige Themen.

Leider betraf ein wesentlicher Teil des Berichts jedoch auch die Forderung eines allgemeinen Rechts auf Abtreibung. Ich lehne einen leichteren Zugang zur Abtreibung ab; wir müssen das ungeborene Leben schützen. In dieser Frage bin ich nicht bereit, Kompromisse zu machen. Die Möglichkeit zur Abtreibung haben wir bereits intensiv auf nationaler Ebene debattiert. Nach dem Subsidiaritätsprinzip liegt die Zuständigkeit hier allein bei den Mitgliedstaaten.

Andere Fraktionen haben darauf bestanden, das allgemeine Recht auf Abtreibung in dem Bericht zu verankern. Aus diesem Grund habe ich gegen den Bericht gestimmt. Darauf haben wir uns als EVP-Fraktion zuvor geeinigt.

Dennoch gelang es uns als EVP-Fraktion nicht, uns gegen die anderen Parteien im Parlament durchzusetzen. Mit 441 Ja-Stimmen, 205 gegen und 52 Stimmenenthaltungen wurde der Bericht von Marc Tarabella am 10. März im Straßburg verabschiedet. Ich hätte mir von den anderen Parteien mehr Weitsicht gewünscht.

EVP beschließt Anti-Terror Pakt

In den letzten Jahren wurde Europa von mehreren Terroranschlägen getroffen: 2004 in Madrid, 2005 in London und in diesem Jahr in Paris und in Kopenhagen. Insgesamt wurden hunderte Menschen auf grausame Weise ermordet. Dieser Terror ist ein Angriff auf unsere Werte, unsere Freiheit und unsere Demokratie.

Als Reaktion auf die jüngsten Anschläge hat die Europäische Volkspartei (EVP) ein gemeinsames Strategiepapier verabschiedet. Um mehr Sicherheit innerhalb der Europäischen Union zu garantieren, müssen wir unseren Sicherheitsorganen die nötigen Instrumente zur Verfügung stellen. Dazu gehört unter anderem die Auswertung von Fluggastdaten, verstärkte Kooperation zwischen den Mitgliedstaaten und die Verfolgung und Störung von Geldströmen, die der Finanzierung von Terror dienen.

Mit dem Anti-Terror-Pakt ist die EVP Vorreiter in der Debatte zur Terrorismusbekämpfung. Wir müssen gemeinsam verhindern, dass weitere unschuldige Menschen Opfer dieser sinnlosen Terroranschläge werden. Der islamistische Terror bedroht letztlich unser höchstes Gut – unsere Freiheit.

Von Breitband bis Tourismus

Angeregter Gedankenaustausch: Landrat Michael Lübbersmann (links) und Europaparlamentarier Jens Gieseke behandelten eine Vielzahl von aktuellen Themen.

 

Europaparlamentarier Gieseke im Gespräch mit dem Landkreis

Osnabrück. Davon, dass die Europäische Union weit weg ist, konnte jetzt beim Landkreis Osnabrück keine Rede sein, im Gegenteil: Die EU kam in Gestalt des Europaabgeordneten Jens Gieseke direkt ins Kreishaus. Der CDU-Politiker vertritt seit einem halben Jahr die Region von Ostfriesland bis zum Osnabrücker Land in Straßburg und Brüssel.

Im Gespräch mit Landrat Michael Lübbersmann verdeutlichte Gieseke zweierlei: Es sind zwar auf der einen Seite die großen außenpolitischen Themen, die die Arbeit des Europaparlaments bestimmen. Der Umgang mit ihnen auf EU-Ebene hat aber auf der anderen Seite Auswirkungen für die Region. So ist die steigende Zahl von Flüchtlingen sowohl eine Herausforderung für alle Mitgliedstaaten als auch für die Kommunen vor Ort. Es gelte, so Gieseke, hier eine tragfähige gesamteuropäische Lösung zu finden, etwa indem die EU-Staaten sich auf Verteilungsschlüssel für Flüchtlinge einigten. Zudem, stellten Landrat und Gieseke übereinstimmend fest, müssten Bund und Länder den Kommunen bei Aufnahme und Integration unter die Arme greifen.

Die Gesprächspartner befassten sich zudem mit der wirtschaftlichen Zukunftsfähigkeit des Weser-Ems-Gebietes. Vor allem die flächendeckende Versorgung mit Breitbandtechnologie lasse sich nur durch die intelligente Zusammenarbeit von Behörden und Privatwirtschaft sicherstellen. Gieseke, Mitglied im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments, sagte, dass Umweltschutzbelange mit den Bedarfen der regionalen Wirtschaft in Einklang gebracht werden müssten, ohne eines von beiden zu gefährden. Das gelte nicht zuletzt für den Tourismus oder die Bioökonomie, also die nachhaltige Neuausrichtung verschiedener regional wichtiger Bereiche wie Landwirtschaft oder Maschinenbau.

Schließlich äußerte sich Jens Gieseke auch zu den Vorgängen um den früheren Luxemburger Premier und jetzigen EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker: Die Einrichtung eines parlamentarischen Sonderausschusses zur Klärung der Fragen rund um das Thema Unternehmensbesteuerung sei eine große Chance, in diesem wichtigen Thema weiter zu kommen. Für die Zukunft müsse eine europaweite Mindestbesteuerung der Konzerne umgesetzt werden. „Man kann keinem rechtschaffenden Steuerzahler in der EU erklären, warum international tätige Firmen legale Möglichkeiten haben, durch Verlagerungen ihren Steuersatz fast auf null zu senken“, sagte Gieseke.

Auch, wenn das EU-Parlament nicht jeden Tag einen Vertreter in das Osnabrücker Land schicken kann: Die Region ist europäisch gut vernetzt. So gibt es die Europa-Union als Verein der Europainteressierten, vor Ort vertreten durch den Kreisverband Osnabrück Stadt und Land.

Darüber hinaus steht das Europe Direct Informationszentrum im Kreishaus, Am Schölerberg 1., 49082 Osnabrück, Tel. 0541/501-3058 (www.europe-direct-osnabrueck.de) für alle Fragen rund um Europa zur Verfügung.

 

(Text/Bild: Landkreis Osnabrück)

„Menschen am Rande der Gesellschaft nicht in Konkurrenzsituationen bringen“

Europapolitiker Jens Gieseke informiert sich im Emsland über Caritasarbeit

Drei emsländische Stationen standen exemplarisch für die Arbeit der Caritas, über die sich jetzt Jens Gieseke, Mitglied des Europäischen Parlaments (MdEP) informierte.

Caritas-Werkstätten Dörpen: A-Lieferant mit Niedersachsens höchstem Lohn

Den Start machte Gieseke in Dörpen, wo er die Caritaswerkstätten nördliches Emsland besuchte.An ihren Standorten in Dörpen, Börger und Papenburg erzielen die Werkstätten mit 808 behinderten Mitarbeitenden einen jährlichen Umsatz von rund 13 Millionen Euro. Auftraggeber sind die Meyer-Werft, die Krone-Werke, der Vogelfutter-Hersteller Vitakraft und etliche regionale Unternehmen, für die die Werkstätten unterschiedlichste Produkte herstellen.

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Eine der vielen Tätigkeiten in der Dörpener Werkstatt ist die Fertigung von aufgerollten Kabeln. Werkstattleiter Hubert Vinke, Geschäftsführer Heinz-Bernhard Mäsker, Jens Gieseke und der Dörpener Samtgemeidebürgermeister Hermann Wocken (stehend von lks) lassen sich von zwei Mitarbeitenden die Arbeit erklären.

Fachbereichsleiter Andreas Frische und Werkstattleiter Hubert Vinke unterstrichen stolz die Leistung ihrer Mitarbeitenden: „Für die Meyer-Werft sind wir zum Beispiel A-Lieferanten. Das wird man nur, wenn man sehr zuverlässig und leistungsfähig ist.“ Entsprechend gut ist die Bezahlung der Mitarbeitenden: Das Lohnniveau ist mit durchschnittlich 400 Euro/Monat deutlich an der Spitze der Werkstätten  in Niedersachsen.

Die Werkstätten gehören zum St.Lukas-Heim, das ein vielfältiges Angebot für Menschen mit Behinderungen vorhält. Hier werden ca. 1400 behinderte Menschen mit über 1000 Mitarbeitenden im stationären und teilstationären Bereich betreut. Im Gespräch mit Gieseke betonte der Geschäftsführer der Caritaseinrichtung, Heinz-Bernhard Mäsker, dass das Thema Inklusion „obenauf“ liege und das man die Entwicklung mit gemischten Gefühlen sehe: „Man muss die Geschwindigkeit rausnehmen, denn die Menschen mit Behinderungen brauchen besondere Rahmenbedingungen. Wenn man die nicht umsichtig schafft, dann ist das Scheitern vorprogrammiert.“ Die Leidtragenden sind die Menschen mit Behinderungen, denn sie gehen mit großen Erwartungen in de Regelschulen und später in Lehrstellen und in ihre Arbeitsstellen. Wenn sie dort wegen fehlender Voraussetzungen scheitern, „dann ist das brutal“, so Mäsker. Gieseke sah das genauso: „Hier ist richtige und passgenaue Unterstützung wichtig.“

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In der Schlosserei wird für die Meyer-Werft gearbeitet. Geschäftsführer Heinz-Bernhard Mäsker, die Vorsitzende des RAG-Sprecherrates Margret Kröger, Jens Gieseke, Werkstattleiter Hubert Vinke, Fachbereichsleiter Andreas Frische und Samtgemeindebürgermeister Hermann Wocken informieren sich bei einem Werkstatt-Mitarbeiter.

Innovative Konzepte für die Suchtkrankenhilfe

Die zweite Station der Besuchsreise lag in der Heimat von Jens Gieseke: Ziel war die Fachklinik Emsland in Sögel. Dort werden noch bis April 30 drogenabhängige Männer therapeutisch begleitet, damit sie ihre Sucht beherrschen und einen Zugang in den Arbeitsmarkt finden. Zukünftig wird die Behandlung in der neuen Fachklinik Hase-Ems in Haselünne durchgeführt, die ab April ihre Arbeit aufnimmt. Der Leiter des Caritas-Geschäftsbereichs Suchtprävention und Rehabilitation Conrad Tönsing stellte Gieseke das Spektrum der Caritas-Suchthilfe vor. Dabei verwies Tönsing auch auf die Kooperationsprojekte mit Partnern in den Niederlanden und Polen. Das Konzept der sögeler Fachklinik erläuterte Einrichtungsleiter Bernd Röben, die therapeutische Leiterin der Haselünner Klinik, Katrin Hildebrandt und die leitende Ärztin Dr. Stefanie Houchangia berichteten über das Behandlungskonzept der neuen Einrichtung. Eine Besonderheit der emsländischen Fachklinik ist die Behandlung der Abhängigen unter Substitution.

Auf Giesekes Frage nach der Akzeptanz des Hauses in Sögel lächelte Bernd Röben: „Als wir vor 18 Jahren mit unserer Arbeit angefangen sind, waren wir im Volksmund das Drogenzentrum. Dann wurden wir die Therapeutische Gemeinschaft, heute sind wir als Fachklinik bei den Nachbarn und in der Stadt anerkannt.“

Immer mehr Wohnungslose im Emsland

Zum Mittagessen traf Gieseke in der letzten Station seines Besuchs ein: In der Wärmestube Meppen hatte die Leiterin Elisabeth Behnes eine Gulaschsuppe aufgesetzt – der passende Rahmen, um zusammen mit Caritas-Geschäftsführer Marcus Drees, dem Fachbereichsleiter Andreas Hackling und Sozialarbeiter Alexander Menke über den Alltag der Caritas-Wohnungslosenhilfe und der Wärmestube der Kirchengemeinde zu sprechen.

Menke machte dem Gast deutlich, dass die Zahlen der Wohnungslosen steigen: In 2014 wurden 249 Personen betreut, im Vorjahr waren es 220. Besonders beunruhigend ist die steigende Zahl junger Betroffener: Im vergangenen Jahr waren 35 der Betreuten jünger als 25. Ein besonderes Problem für die Helfer sind fehlende bezahlbare Wohnungen. Alexander Menke: „Im Emsland wird bezahlbarer Wohnraum immer knapper. Unsere Klienten stehen dann am Ende der Warteschlange, denn die meisten Vermieter wollen mit Wohnungslosen nichts zu tun haben.“ Seit Jahren steht der Caritasverband daher als Vermittler zur Verfügung: Im Projekt „Wohnung statt Parkbank“ mietet die Caritas Wohnungen an, um sie dann an Wohnungslose weiter zu vermieten. Der Vermieter hat damit einen verlässlichen Ansprechpartner.

Für die Wärmestube berichtete Elisabeth Behnes über steigende Gästezahlen, da sich auch viele Flüchtlinge an die kirchliche Einrichtung wenden.

„Gestern waren hier 60 Personen“, so die Leiterin, die seit 20 Jahren das Projekt ehrenamtlich begleitet. Dass zunehmend mehr Flüchtlinge das Angebot annehmen, führe mitunter zu Spannungen mit den Wohnungslosen,
berichtete Frau Behnes weiter. „Das können wir aber bisher gut regeln.“ Caritas-Geschäftsführer Drees unterstrich die Leistung der 20 Ehrenamtlichen: „Die Gäste erfahren hier Achtung und Wertschätzung, die sie sonst in ihrem Alltag nicht erleben. Hier ist ein ganz wichtiger Ort für Meppen.“

Jens Gieseke zeigte sich beeindruckt von der der Arbeit der Fachleute und der Ehrenamtlichen: „Die Ehrenamtlichen und die Mitarbeiter leisten hier vorbildliche Arbeit!“ Gieseke weiter: „Menschen am Rande der Gesellschaft sollten nicht in Konkurrenz zueinander gebracht werden. Ihnen muss einfach geholfen werden.“

(Text/Bilder: Roland Knillmann)

Krankenhäuser im Nordkreis zukunftsfähig

MEP Gieseke und MdL Calderone zu Besuch im Marienhospital

Ankum. Eine positive Perspektive für das Marienhospital Ankum-Bersenbrück der Niels-Stensen-Kliniken sahen die Abgeordneten von Europa und Land, Jens Gieseke und Christian Calderone (beide CDU), im Rahmen ihres Besuchs in der katholischen Einrichtung und ihres Gespräches mit dem Geschäftsführer der Niels-Stensen-Kliniken, Werner Lullmann und Klinikleiter Ralf Brinkmann.

Der Emsländer Gieseke besuchte zum ersten Mal das Krankenhaus, das in seinem Wahlkreis liegt. Er erfuhr, dass wieder schwarze Zahlen geschrieben werden, insbesondere durch Umstrukturierungen innerhalb des Niels-Stensen-Verbundes. Außerdem sei in den letzten zehn Jahren umfassend baulich investiert worden, wobei das Krankenhaus in der Zukunft weitere Investitionen plane. „Den Krankenhausstandorten kommt eine zunehmende Bedeutung bei einer sich im demographischen Wandel befindenden Gesellschaft zu“, sagte Lullmann. Das Marienhospital sei zudem ein wichtiger kirchlicher Arbeitgeber für die Gemeinde und die Samtgemeinde, ergänzte der örtliche CDU-Vorsitzende Sascha Dewitz.

Als Mitglied des „Ausschusses für öffentliche Gesundheit“ war es Gieseke wichtig, vor Ort Informationen einzuholen. „Eine ausreichende Gesundheitsversorgung auf dem Land ist für uns ein ganz entscheidendes Thema“, erklärte der Europaparlamentarier.

Calderone erläuterte, dass der Nordkreis mit „gut“ durch die Regionalkonferenzen zur Krankenhausstruktur der Landesregierung gekommen sei: alle drei Standorte (Quakenbrück, Bramsche, Ankum) haben erhalten bleiben können, der Standort Ankum als räumlich zentrales Krankenhaus im Altkreis sei dabei im akutmedizinischen Bereich gestärkt worden. Auch Bramsche habe eine Zukunft, eine weitere Verbesserung der Versorgungssituation sei in der Planung des Verbundes. „Dass ein Standort nicht einfach aus der akutmedizinischen Versorgung herausgenommen werden kann, zeigt uns gerade das Beispiel Dissen“, erklärte Calderone weiter. Deutlich werde dies insbesondere an den überlaufenen Notaufnahmen der umliegenden Häuser und verlängerter Anfahrtszeiten zu den Notaufnahmen.

„Mein Ziel ist es, auf Landesebene weiterhin für eine gute Versorgung im Wahlkreis Sorge zu tragen“, so Calderone. Dazu gehöre auch eine weitere Landesförderung für Investitionen der Häuser in die Infrastruktur. Die Krankenhausversorgung im Nordkreis funktioniere, schloss er und fügte an, dass die CDU derzeit gemeinsam mit Landrat Michael Lübbersmann an einer Verbesserung der akutmedizischen Versorgung im südlichen Landkreis arbeite.

(Text/Bild: Christian Calderone)