Dabei war die Gruppe zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Bei der Ankunft vor dem Parlament trafen die Teilnehmer auf Jean-Claude Juncker und wurden von diesem mit einem freundlichen “Guten Morgen” begrüßt. Juncker selbst sah an diesem Morgen einer großen Herausforderung entgegen: Unter den Augen der Besucher aus Niedersachsen stellte er dem Parlament die neuen Kommissare vor. Gieseke hatte schon vorher seine Unterstützung zugesichert: „Insgesamt ist die neue Kommission zustimmungswürdig. Wir müssen jetzt schnell arbeits- und handlungsfähig werden.“

Den Besuchern hatte Gieseke vor der Plenardebatte seine Themenschwerpunkte vorgestellt. In den kommenden Jahren will er in den Bereichen Umwelt, Landwirtschaft und Fischerei Akzente setzen. „Hier ist eine europäische Stimme für unsere Region besonders wichtig,“ so Arne Fillies aus Meppen.

Neben intensiven Diskussionen mit dem Abgeordneten prägte die Fahrt vor allem der Einblick in das Parlament. Für Ulrike Hinrichs aus Sögel war das ein besonderes Ereignis: „So nah dran ist man selten. Wenn 751 Abgeordnete aus 28 Ländern miteinander diskutieren, ist das wirklich beeindruckend.“

Nähere Informationen zur Tätigkeit des Abgeordneten Jens Gieseke finden sich unter www.jens-gieseke.de.

Gieseke: Euro-Stütze ist grober Unfug!

Brüssel. Zu den gegenwertigen Plänen von EU-Sozialkommissar László Andor zur europäischen Arbeitslosenversicherung erklärte der Europaabgeordnete Jens Gieseke (CDU):

“Eine solche Euro-Stütze ist grober Unfug! Es führt nicht dazu, den Arbeitslosen in der EU zu helfen, sondern öffnet lediglich eine Hintertür zur Transferunion. Insbesondere für die Bundesrepublik als Nettozahler ist eine solche Euro-Stütze teuer und bietet zudem keinerlei europäischen Mehrwert.  Die bürokratische Belastung, die eine solche Zusatzversicherung mit sich führen würde, ist genau das, was wir in der EU nicht mehr wollen.”

“Um die 26 Millionen Arbeitslosen in Europa wirklich zurück in eine Anstellung zu führen, sollten EU-Gelder nicht für bürokratische Bollwerke verschwendet werden. Was Europa braucht, sind deutliche Strukturreformen für mehr Wettbewerbsfähigkeit. Während in einigen Ländern jeder zweite Jugendliche arbeitslos ist, herrscht in Niedersachsen Fachkräftemangel. Es macht doch wenig Sinn, wenn niedersächsische Steuergelder in eine Euro-Stütze fließen, obwohl die hiesigen Betriebe offene Stellen zu vergeben haben.”

Jens Gieseke zieht ins Europaparlament ein

Wie die Landeswahlleitung in Hannover mitteilte, haben für die Niedersachsen-CDU der frühere Ministerpräsident David McAllister, Burkhard Balz, Godelieve Quisthoudt-Rowohl und Jens Gieseke aus Sögel den Sprung geschafft. Für die niedersächsische SPD sitzen künftig weiterhin Bernd Lange und Matthias Groote aus dem ostfriesischen Ostrhauderfehn im EU-Parlament.
Zudem gewählt wurden Rebecca Harms (Grüne), seit 2004 im EU-Parlament und bisher Vorsitzende ihrer Fraktion, Gesine Meißner (FDP), Sabine Lösing (Linke) und Bernd Lucke aus Winsen an der Luhe, der Vorsitzender der eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD) ist. Knapp den Sprung in das Europäische Parlament verpasst hat dagegen der SPD-Kandidat Nilde Hindersmann aus Hannover. Er rangierte auf der Bundesliste seiner Partei auf Platz 28; die Liste zog aber nur bis Rang 27.
Leichte Verwirrung gab es um zwei Grünen-Kandidaten, die ursprünglich aus Niedersachsen stammen. So meldete die Landespartei neben Rebecca Harms auch Jan Philipp Albrecht als EuropaAbgeordneten aus diesem Land; vom Bundeswahlleiter wird er aber inzwischen als Hamburger geführt. Und Sven Giegold aus Dörverden zählt nun zu NRW.
Erst am frühen Morgen um 3 Uhr erfuhr der Emsländer Gieseke, dass er definitiv Europa-Abgeordneter werden würde. „Da war es dann fix“, sagte der 42-Jährige gestern. Der Christdemokrat aus Sögel profitierte davon, dass seine Partei in Niedersachsen ein überdurchschnittlich gutes Wahlergebnis erzielte.

Morgen früh wird er um 8 Uhr nach Brüssel aufbrechen. Dort geht es dann um die Wahlanalyse. Eine Wohnung in der belgischen Hauptstadt hat Gieseke bereits, denn dort hat er jahrelang als Jurist gearbeitet.

Quelle: NOZ vom 27.05.2014 – Seite 2 – “Politik”

5 persönliche Gründe für Europa

5 Persönliche Gründe des Kandidat der CDU-Niedersachsen für die Wahl zum Europäischen Parlament Jens Gieseke (Listenplatz 4 auf der niedersächsischen Landesliste der CDU)

Friedensprojekt

Europa ist für mich das Friedensprojekt überhaupt. Frieden ist für alle Menschen wichtig – egal ob jung oder alt. Im letzten Jahrhundert haben wir uns in 2 Weltkriegen bekämpft und es sind Millionen Europäer sinnlos gestorben. Die aktuelle Krise in der Ukraine zeigt, wie schnell dieser Frieden zwischen den Völkern gefährdet werden kann. Nur eine handlungsfähige Europäische Union kann diesen Frieden dauerhaft sichern.

Freiheit

Die Menschen haben in  Europa das Recht auf Reisefreiheit. Wir haben die Grenzen abgeschafft. Von Helsinki bis nach Sizilien können wir uns ohne Grenzkontrollen frei bewegen. Das ist auch für meine Frau und mich und unsere 3 Kinder sehr praktisch, insbesondere bei Urlaubsreisen.

Euro

Die Einführung des Euro ist eine Erfolgsgeschichte. Gerade Deutschland als Exportnation -mitten in Europa- hat weit überdurchschnittlich von der Einführung des Euro profitiert. Ich persönlich kann mich noch gut an die Zeit erinnern, als ich bereits in Brüssel und Straßburg beruflich tätig war und vier Geldbörsen für Geld aus Holland, Belgien, Frankreich und Deutschland haben musste. Das war sehr unpraktisch.

Europa als Chance

Uns geht es in Deutschland und besonders hier in der Grenzregion zu den Niederlanden sehr gut – gerade im europäischen Vergleich. Wir haben höchste Beschäftigungsquoten und die geringste Jugendarbeitslosigkeit. Wir haben ein großes Demografie-Problem und Fachkräftemangel. Firmen aus unserer Region stellen Europäer aus Holland, Spanien, Portugal, Griechenland, Polen, Ungarn und Rumänien ein. Europa bietet neue Lösungen für unsere lokalen Probleme. Ich möchte, dass wir noch stärker europäisch denken und die Chancen, die Europa bietet, nutzen.

Gemeinsacht und Globalisierung

Wir sind eine starke Gemeinschaft von 500 Mio. Menschen. Die Weltbevölkerung steigt zum Ende des Jahrhunderts auf ca. 9 Mrd. Menschen. Wir leisten uns mehr als 50 % der weltweiten Sozialleistungen unser Anteil an der globalen Wirtschaftsleistung liegt bei knapp 25 %, Tendenz sinkend. Es ist doch völlig klar: Wir werden die globalen Herausforderungen nur erfolgreich meistern, wenn wir als Europa gemeinsam arbeiten. Jeder einzelne der 28 Mitgliedsstaaten der EU ist allein auf sich gestellt zum Scheitern verurteilt. Diese Erkenntnis verpflichtet uns, das einmalige Friedensprojekt Europa verantwortungsvoll weiterzuentwickeln.

Straßburg. Am Mittwoch stimmte das Europäische Parlament über die neue Führungsriege der Europäischen Kommission ab. In den vergangenen Wochen musste sich jeder designierte Kommissar den Anhörungen im Parlament stellen. Nun bestätigten die Abgeordneten das Team um Jean-Claude Juncker mit überzeugender Mehrheit. Die neuen Kommissare können somit ab 01. November 2014 auch in der Praxis beweisen. planmäßig ihre Arbeit aufnehmen.

Der Europaabgeordnete Jens Gieseke (CDU) erklärte hierzu: “In den vergangenen Wochen haben wir im Parlament jeden designierten Kommissar kritisch geprüft. Einzelne Kommissarsanwärter haben diese Anhörungen nicht bestanden und mussten letztlich von ihrer Kandidatur zurücktreten. Das jetzige Team-Juncker konnte jedoch überzeugen und wurde daher von uns im Parlament bestätigt. Diese Bestätigung ist jedoch nur die bestandene Theorieprüfung. Ab dem 1. November muss sich die neue Kommission auch in der Praxis beweisen und dies werden wir als Parlament genau prüfen.

Dabei stehen wir als Europäische Union vor gewaltigen Herausforderungen, die wir nur gemeinsam lösen können. Nur wenn wir alle Möglichkeiten einer europäischen Zusammenarbeit nutzen, werden wir die Krisen in der Ukraine, Israel und Syrien bewältigen. Nur wenn wir gemeinsam handeln, können wir uns wirksam vor EBOLA-Übertragungen in Europa schützen. Nur als Europäische Union können wir den Klimaschutz verbessern und zugleich die Wirtschaft reindustrialisieren. Bei der Gestaltung neuer Gesetze müssen wir voneinander lernen, anstatt das Rad stets neu zu erfinden. Wir müssen jetzt die Vorschläge der Stoiber-Gruppe umsetzen, Bürokratie tatsächlich abbauen  und den Unternehmen in unserer Region notwendige Freiheit zurückgeben.

Jean-Claude Juncker und sein Team haben versprochen, dass sich die Kommission künftig um die großen Themen und nicht mehr um Gurken-, Ölkännchen- und Glühbirnenvorschriften kümmern wird. Mit der Bestätigung ist der Weg für einen Neustart frei. Jetzt ist die Juncker-Kommission am Zug!”

Seit einem Monat MdEP

Sögel/Brüssel. Jens Gieseke hat sich einen Traum erfüllt. Als erster Emsländer sitzt der Sögeler im Europarlament. Jetzt will er kämpfen: für eine stärkere Staatengemeinschaft, gegen Überregulierung – und für einen freien Tag in der Woche.

Das neue, kleine Büro von Jens Gieseke liegt in der 15.Etage des EU-Parlamentsgebäudes mitten im belgischen Brüssel. Dort ist Platz für Schreibtisch, Telefon und Computer. Wenn die Abgeordnetentage mal außergewöhnlich lang werden, „könnte man sogar hier schlafen“. Eine winzige Dusche für die Morgentoilette ist jedenfalls vorhanden. Aber ein Schlafsofa im Büro? „Das wäre mir zu muffig“, winkt der 43-Jährige ab. Der Blick ins Büro lässt aber erahnen, dass im neuen Politiker-Alltag Privates und Dienstliches miteinander verschwimmen.

Feste Arbeitszeiten gibt es für den Christdemokraten mit seinem neuen Job jedenfalls nicht mehr: Jeweils zu Wochenbeginn gibt Gieseke seiner Frau und den drei gemeinsamen Kindern in Sögel einen Abschiedskuss und fährt die 375 Kilometer mit dem Auto an den Parlamentssitz. „Das ist die schnellste Verbindung.“ Bahn und Flugzeug dauern viel länger.

Zwei Mitarbeiter unterstützen Jens Gieseke bei seiner Arbeit in Brüssel, ein weiterer Mitarbeiter ist für sein neues Büro in Papenburg vorgesehen, und eine studentische Hilfskraft ist da, wenn er einmal im Monat für ein paar Tage am zweiten Sitz der EU in Straßburg arbeitet.

Gieseke ist Mitglied im wichtigen Umweltausschuss und gehört der Delegation für Indien an. Also jener Gruppe von Abgeordneten, die im Auftrag der EU Beziehungen zu einem außereuropäischen Land pflegen soll. „Eigentlich hatte ich mich für Russland interessiert, weil viele Unternehmen aus dem westlichen Niedersachsen Geschäftsbeziehungen zu Russland pflegen.“ Aber das hat nicht geklappt. Jetzt ist es Indien geworden. Auch spannend – aber ich war bisher noch nie da. Außerdem ist er stellvertretendes Mitglied in der Delegation für Moldawien und Armenien.

Gieseke weiß, dass die Arbeit von EU-Parlamentariern in der Öffentlichkeit auch kritisch gesehen wird. „Das ist teilweise selbst verschuldet.“ Diskussionen wie über die Regulierung von Olivenölkännchen und Gurken haben dem Europäischen Parlament geschadet: Mit so was sollte sich das Europäische Parlament nicht beschäftigen, meint der gebürtige Lathener. Wichtiger sei, Europa stark zu machen, wo einzelne Staaten zu schwach sind: Eine starke Stimme sei in der Diskussion um die Ukraine-Krise viel wirkungsvoller als die Bemühungen von 28 Außenministern.

Giesekes Arbeitstag beginnt gegen 8 Uhr – oft mit einer Sitzung. Denn irgendeine Besprechung ist immer: Entweder tagt die CDU-Gruppe der niedersächsischen EU-Abgeordneten, die CDU/CSU-Gruppe der deutschen Parlamentarier, die Fraktion der EVP, das Parlament oder der Umweltausschuss. All diesen Gruppierungen gehört Gieseke an. Das fordert so sehr, dass manchmal keine Zeit für Essen in der EU-Kantine bleibt. Gegessen wird oft erst abends. Auf Nachtisch verzichtet der Sögeler schon deshalb. „Das schlägt zu sehr an. Ich komme bestenfalls einmal pro Woche zum Sport.“

Das Brötchen vor der Abfahrt aus Sögel musste an diesem Montag reichen. Abends lockte als Entschädigung die Aussicht auf ein Essen beim Empfang der hessischen Landesvertretung.

Der Abgeordneten-Tag endet oft abends mit solchen Einladungen zu Empfängen. Organisiert von Verbänden oder Interessensgemeinschaften, die den Politiker dabei für ihre Interessen gewinnen wollen. Noch vor ein paar Wochen gehörte Jens Gieseke zu genau diesen Lobbyisten: Er war Leiter des EU-Verbindungsbüros des Flughafenverbands ADV in Brüssel. Jetzt hat er die Seiten gewechselt.

Die Parlamentswoche in Brüssel endet am Donnerstagabend. Wenn er dann nach Hause fährt, stehen Einladungen auf dem Plan: Schützenvereine, Parteiveranstaltungen oder Unternehmer warten. „Ich betreue für die CDU das ganze westliche Niedersachsen“, verrät er. Da bleibt kaum eine freie Stunde. Das soll sich ändern: „Mein Ziel ist, einen Tag in der Woche für die Familie zu haben.“

Satt wurde Jens Gieseke an diesem Montagabend doch nicht: Die hessische Landevertretung reichte statt Abendessen nur Häppchen.

Quelle: http://www.noz.de/lokales/soegel/artikel/493210/das-neue-leben-des-sogelers-jens-gieseke

Geschäftsführer Andreas Brak erläuterte in einem Vortrag die Geschichte der Firma, die 1936 von seinem Großvater in Neuengland geründet worden ist und nun in dritter Generation geführt wird. Der ausgebildete Bautechniker Brak erklärte, dass er von seinen Vorgängern gelernt habe, „wenn möglich, langfristig in den Betrieb zu investieren.“ Das habe 2004 zur Errichtung eines Abbundzentrums geführt.

Darin wurden mit einer sogenannten Abbundanlage im Jahr 2013 vollautomatisch 1000 Kubikmeter Holz geschnitten, welches unter anderem für Dachkonstruktionen genutzt werden kann. Lege man alle hergestellten Holzbalken aneinander, ergebe sich eine Länge von etwa 64 Kilometern, schilderte Brak. Er erklärte außerdem, dass es von Beginn an ein Ziel der Firma gewesen sei, sich breit aufzustellen. Daraus resultiere auch die heutige Firmenstruktur: Zum Unternehmen gehören eine Zimmerei, ein Baumarkt und ein Baugeschäft. Die Firma besitze einen Lieferumkreis, der von Rhede bis an die Nordseeküste reiche. Derzeit sind in dem Familienbetrieb 34 Mitarbeiter beschäftigt.

Der Europakandidat Jens Gieseke (Dritter von rechts) hat mit Mitgliedern des CDU-Ortsverbands Rhede und der Kreishandwerkerschaft die Firma Brak besucht. Foto: Louisa Meerjanssen

Quelle: Ems Zeitung vom 23.05.2014

Brüssel. Für viele Menschen ist die Europäische Union Synonym für Bürokratie. Dieser negativen Entwicklung entgegenzutreten war in den vergangenen sieben Jahren das Ziel von Edmund Stoiber und der von ihm geleiteten Hochrangigen Gruppe (HLG). Die HLG übergab am Dienstag ihren Abschlussbericht an die Kommission mit konkreten Empfehlungen zum Bürokratieabbau.

Laut Stoiber gehen fast ein Drittel der Verwaltungslasten auf Grund von EU-Rechtsvorschriften nicht auf die rechtlichen Anforderrungen selbst zurück, sondern auf eine ineffiziente Umsetzung in den Mitgliedsstaaten. Würden die Mitgliedsstaaten mehr miteinander reden und bewährte Praktiken austauschen, könnten die Unternehmen in Europa drastische Bürokratieerleichterungen erleben. Doch auch bei den EU-Institutionen warb Stoiber für ein neues Selbstverständnis. Europa müsse sich wieder um die großen Dinge kümmern, anstatt sich im Kleinen zu verlieren.

Aus Sicht des Europaabgeordneten Jens Gieseke (CDU) hat Edmund Stoiber in den vergangenen Jahren einen konstruktiven Beitrag zu mehr Akzeptanz der Europäischen Union geleistet: “Bürokratieabbau wirkt auf Unternehmen wie ein kostenloses Konjunkturpaket. Es freut mich daher, dass durch Umsetzung von Vorschlägen der Stoiber-Gruppe bereits 30 Milliarden Euro eingespart werden konnten. Damit der Bürokratieabbau jedoch auch spürbar bei den Unternehmen und Haushalten vor Ort ankommt, müssen alle noch ausstehenden Vorschläge der Stoiber-Gruppe umgesetzt werden. Insgesamt besteht ein Einsparpotential von 41 Milliarden Euro und somit ist noch einiges zu tun. Hierzu muss die neue Kommission um Jean-Claude Juncker zügig bestätigt werden. Franz Timmermanns ist dann als Erster Vizepräsident zuständig für den Bürokratieabbau. Er steht dann in der Pflicht, die Vorschläge Stoibers weiter umzusetzen, damit dessen Arbeit nicht vergebens war.”

Brüssel. Zur gegenwertigen Diskussion über die PKW-Maut in der deutsch-niederländischen Grenzregion erklärte der Europaabgeordnete Jens Gieseke (CDU): “Es ist entscheidend, dass eventuelle Einnahmen einer Maut nicht zu Lasten der Wirtschaft unserer Grenzregion führen. Gerade an der deutsch-niederländischen Grenze profitiert der Mittelstand vom offenen Grenzverkehr.” Gieseke forderte daher über ein eventuell mautfreies Gebiet in Grenznähe nachzudenken.

Trotzdem solle man die Maut nicht grundsätzlich ablehnen, sondern diese vielmehr auf sachlicher Grundlage diskutieren. “Unser Land braucht eine starke Infrastruktur und diese muss natürlich auch finanziert werden. Der Vorschlag von Verkehrsminister Alexander Dobrindt zur Maut geht daher grundsätzlich in die richtige Richtung.”  Insbesondere die Kooperation zwischen Bundesregierung und Europäischer Kommission sei dabei zu begrüßen. Gemeinsam könne so eine Lösung entworfen werden, die auch den europarechtlichen Bestimmungen entspricht.

Gieseke besucht VHS Meppen

Gieseke begrüßte die interkulturelle Arbeit der VHS, die vor allem im Bereich der Integrationskurse zum Ausdruck komme. „Europa ist nicht weit weg, sondern ganz nah“, so Gieseke in der Diskussionsrunde. „Die Krise in der Ukraine und entsprechende Wirtschaftssanktionen können dazu führen, dass auch unsere emsländischen Unternehmen Absatzschwierigkeiten bekommen können. Nur Europa als Einheit kann hier Lösungen finden. Die großen Aufgaben müssen in Brüssel geregelt werden“. Der Sögeler CDU-Kandidat pries Europa als einmaliges Friedensprojekt an und warb damit, nicht die scheinbar negativen Aspekte, sondern die Chancen und Errungenschaften für Europa in den Vordergrund zu stellen.

Die Frage aus dem Publikum, warum die Wähler sich für ihn entscheiden sollten, beantwortete Gieseke: „Mit meiner 13-jährigen Berufserfahrung als Rechtsanwalt in Brüssel, habe ich mich gut vernetzen können. Ich kann direkt einsteigen und brauche keine Einarbeitungszeit“. Seine Schwerpunkte sieht er in den Bereichen Wirtschafts-, Verkehrs- und Umweltpolitik. Aber auch für regionale Besonderheiten möchte er sich stark machen und verwies auf Beschäftigungsmöglichkeiten in der emsländischen Grenzregion für niederländische Arbeitnehmer. Thematisiert wurde auch das aktuelle Flüchtlingsdrama an der Mittelmeerküste. „Wir müssen eine europäische Lösung dafür finden, denn wir haben eine humanitäre Verpflichtung zur Hilfe“, so Gieseke.

Jens Gieseke mit den Teilnehmern der Fragestunde. Der Teilnehmerkreis, der sich vor allem aus Integrationskursteilnehmern zusammensetzte, verlieh der Diskussion ein europäisches Flair.