Schutz der europäischen Stahlindustrie vor globalen Überkapazitäten

Die europäische Stahlindustrie steht heutzutage unter massivem Druck. Globale Überkapazitäten, die Umlenkung billiger Stahlimporte auf den europäischen Markt und unfaire Handelspraktiken belasten die heimischen Produzenten.
Das Europäische Parlament hat am Dienstag, den 19. Mai, für neue europäische Schutzmaßnahmen gestimmt. Die neue Verordnung ersetzt Maßnahmen, die am 30. Juni 2026 auslaufen, und soll die Stahlindustrie in der EU vor den negativen Auswirkungen eines globalen Stahlüberschusses schützen. Die neue Regelung stärkt die Möglichkeiten der Europäischen Union, schneller auf den steigenden Importdruck zu reagieren und Marktverwerfungen besser zu begrenzen. Gleichzeitig sollen die Lieferketten und die Herkunft von Stahlimporten transparenter werden. Mit dem neuen „Melt and Pour“-Nachweis soll künftig nachvollziehbar sein, wo Stahl tatsächlich produziert wurde. Die bisherigen Schutzinstrumente laufen im Sommer 2026 aus und können nach WTO-Regeln nicht erneut verlängert werden. Deshalb wird ein neues, modernes und wirksames Nachfolgesystem eingesetzt, um die industrielle Basis in Europa zu schützen.
Außerdem berücksichtigt die Regelung ausdrücklich die Sicherheits- und Verteidigungsinteressen der Europäischen Union. Eine leistungsfähige europäische Stahlindustrie ist nicht nur von wirtschaftspolitischer Relevanz, sondern auch zentral für unsere Infrastruktur, Verteidigungsfähigkeit und Europas strategische Resilienz.




