7. Juli 2022

Nachhaltige Flugkraftstoffe

In dieser Woche hat das Parlament über die Beimischung von nachhaltigen Kraftstoffen im Flugverkehr abgestimmt. Unter anderem haben wir die Definition von nachhaltigen Flugtreibstoffen (sog. sustainable aviation fuels, SAF) erweitert.
 
Um die Klimaschutzpläne der EU und das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen, müssen alle Sektoren einen Beitrag leisten. So müssen auch die CO2-Emissionen des Luftverkehrs sinken. Das derzeit größte und schnellste Reduktionspotential bietet dabei der Einsatz von nachhaltigen Kraftstoffen, also bestimmten Arten von Bio- und kohlenstoffarmen Kraftstoffen. Allerdings sind diese aktuell noch bis zu zehnmal teurer als das derzeit für Flugzeuge verwendete Kerosin. Aus diesem Grund müssen wir viel mehr in die Entwicklung und den Einsatz nachhaltiger Kraftstoffe “made in Europe” investieren, um die Kosten zu senken und so den Flugsektor bei der Dekarbonisierung zu unterstützen.
 
Als Europäisches Parlament haben wir bereits mit der Abstimmung zum Emissionshandel einen wichtigen Beitrag zur Schaffung des richtigen Rechtsrahmens geleistet. Dort sollen nach unserer Vorstellung SAF-Zertifikate im Emissionshandelssystem für den Luftverkehr eingeführt werden. Diese werden den Luftverkehr unterstützen, indem sie die Preisunterschiede zwischen fossilen Brennstoffen einerseits und SAF andererseits überbrücken.
 
Insbesondere mit Blick auf die mit dem Ukraine-Krieg verbundene Nahrungsmittelkrise war es der EVP-Fraktion wichtig, dass alle SAFs die Kriterien der Nachhaltigkeit erfüllen und tatsächlich zu einer Emissionsminderung beitragen können. Deshalb müssen alle SAFs gemäß der Richtlinie über erneuerbare Energien zertifiziert sein. Diese stellt weltweit einen der höchstmöglichen Umweltstandards dar. So können SAFs auch Biokraftstoffe umfassen. Kraftstoffe auf der Basis von Futter- und Nahrungsmittelpflanzen, einschließlich solcher, die aus Palmöl gewonnen werden, gelten aber nicht als SAFs.

Die Luftverkehrsanbindung ist ein wesentlicher Motor für die Mobilität der EU-Bürger, für die Entwicklung der EU-Regionen und für das Wachstum der EU-Wirtschaft insgesamt. Wichtig ist, dass auf dem gesamten EU-Luftverkehrsmarkt gleiche Wettbewerbsbedingungen für die Verwendung von Flugkraftstoffen gelten. Mit bis zu 25% der Betriebskosten machen Kraftstoffe einen erheblichen Teil der Kosten der Flugzeugbetreiber aus. Entsprechend müssen nachhaltige Flugkraftstoffe auch bezahlbar sein, damit die europäische Luftfahrtbranche im internationalen Wettbewerb wettbewerbsfähig bleibt.
 
Nach der erfolgten Positionierung des Europäischen Parlaments, folgen nun die Verhandlungen mit dem Rat und der Kommission, an deren Ende der finale Gesetzestext steht.

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