Europaparlament stimmt für die Überprüfung der Zeitumstellung / Chance auf klares Signal vertan

Sögel/Straßburg. Das Europäische Parlament hat heute über eine Resolution zur Zeitumstellung abgestimmt. In einem Antrag sprechen sich die Abgeordneten mit einer großen Mehrheit für eine Überprüfung aus. Der emsländische Europaabgeordnete Jens Gieseke (CDU) hatte sich im Vorfeld für eine Abschaffung stark gemacht. „Bessere Gesundheit, weniger Schlafstörungen, weniger Unfälle im Straßenverkehr – viele Gründe sprechen für eine Abschaffung“, so Gieseke. Bei Einführung der Zeitumstellung habe man sich positive Effekte in der Energieeinsparung versprochen. „Diese Effekte sind nachweislich nicht eingetreten. Deswegen ist es an der Zeit, dieses Langzeitexperiment jetzt zu beenden.“

In den vergangenen Wochen hatten hunderte von Bürgerinnen und Bürgern in Mails an den Abgeordneten ihre Position zum Thema vertreten. Hier wie auch in einer Abstimmung auf der Facebook-Seite von Jens Gieseke hatte sich die überwiegende Mehrheit für eine Abschaffung ausgesprochen. „Etwa 20 % der Europäer leiden stark unter den Folgen der Umstellung. Die Umstellerei gehört abgeschafft.“

In der heutigen Abstimmung hat es nun aber keinen Anstoß für eine unmittelbare Umsetzung gegeben. Gieseke bedauert das: „Eine Mehrheit hat den Antrag so verändert, dass die Kommission nun erst noch einmal wieder prüfen und untersuchen muss. Das verlängert das Verfahren unnötig, denn es liegen ja unzählige Untersuchungen vor. Heute hat das Parlament eine Chance vertan.“ Die Kommission wird nun umfassende Untersuchungen einleiten und dann möglicherweise einen Vorschlag zur Abschaffung erarbeiten. Der Emsländer hätte sich dabei mehr Tempo gewünscht: „Die Fakten liegen auf dem Tisch. Heute hätte das Parlament eine Richtung einschlagen können.“