Europaabgeordnete zu Gast in Duisburg

BDB verdeutlicht Handlungserforderlichkeit auf nationaler und europäischer Ebene

Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) empfing am 18. November 2019 die Mitglieder des Europäischen Parlaments Jens Gieseke (CDU), Vollmitglied im Verkehrsausschuss, und Dennis Radtke (CDU) zu einem gemeinsamen Austausch in Duisburg über aktuelle nationale und europäische Themen der Binnenschifffahrt.

Beleuchtet wurden zunächst im Rahmen eines Fachgesprächs die im Masterplan Binnenschifffahrt aufgezeigten Ziele und Herausforderungen für das Gewerbe in den kommenden Jahren wie unter anderem die Flottenmodernisierung und Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserstraßeninfrastruktur, die erforderlich sind, um eine größere Güterverlagerung auf das Binnenschiff zu ermöglichen und die Auswirkungen von extremen Niedrigwasserständen abzumildern. Ferner wurden Mittel diskutiert, mit denen eine noch bessere Ökobilanz erreicht werden könnte, wie beispielsweise die Schaffung von Landstromanlagen. „Das Binnenschiff weist eine gute Ökobilanz auf und muss stärker als Transportträger berücksichtigt werden“, so Jens Gieseke. In dem Zusammenhang erörterte man auch das Problem der heranrückenden Wohnbebauung an Bundeswasserstraßen und Häfen. Oftmals werde verkannt, dass nicht nur viele Industriestandorte auf die Rohstoffanlieferung per Binnenschiff angewiesen sind und die Gütermengen nicht durch andere Verkehrsträger aufgefangen werden können, wie im Niedrigwasserjahr 2018 deutlich offenbart wurde. „Der bedeutende, positive Anteil des Binnenschiffs an der Reduktion des CO2-Ausstoßes muss nach außen hin wirksamer dargestellt werden“ betonte Radtke. Die Bevölkerung müsse eine größere Akzeptanz und ein Bewusstsein dafür entwickeln, welche enorme Leistung das Binnenschiff zum umweltfreundlichen Gütertransport und damit auch für sie selbst beiträgt.

BDB-Vizepräsident Roberto Spranzi wies ferner auf die Notwendigkeit hin, eine Genehmigung der EU für das neue Flottenmodernisierungsprogramm ab dem Jahre 2021 des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur zu erreichen. Das Gewerbe sei für die Einhaltung der NRMM Vorgaben dringend auf diese Unterstützung angewiesen. Die Flottenmodernisierung trage maßgeblich zur Erreichung der europäischen Klimaschutzziele bei.

Es folgte schließlich die Präsentation des Flachwasserfahrsimulators „SANDRA“, dem in Europa einzigartigen Binnenschiffsimulator, der zu Ausbildungs- und Fortbildungszwecken genutzt wird. Die EU-Abgeordneten nutzten die Gelegenheit, ihre Fähigkeit als Schiffsführer bei der Fahrt eines simulierten 110 m langen Binnenschiffs auszuprobieren. Der Simulator wird vom DST betrieben, dem Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme e.V., ebenfalls mit Sitz in Duisburg.

Bild: Jens Gieseke (MEP) navigierte auf dem Simulator SANDRA ein großes Containerschiff über den Rhein bei Duisburg.

Über den BDB e.V.:

Der 1974 gegründete Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) setzt sich für die verkehrs- und gewerbepolitischen Interessen der Unternehmer in der Güter- und Fahrgastschifffahrt gegenüber Politik, Verwaltung und sonstigen Institutionen ein. Der Verband mit Sitz in Duisburg und Repräsentanz in Berlin vertritt seine Mitglieder außerdem in sämtlichen arbeits- und sozialrechtlichen sowie bildungspolitischen Angelegenheiten und ist Tarifvertragspartner der Gewerkschaft Verdi. Er ist Gründungsmitglied des Europäischen Schifffahrtsverbandes EBU. Mitglieder des BDB sind Reedereien, Genossenschaften und Partikuliere, nationale und internationale See- und Binnenhäfen, wissenschaftliche Einrichtungen, Verbände sowie gewerbenahe Dienstleistungsunternehmen. Mit dem Schulschiff „Rhein“ betreibt der BDB eine europaweit einzigartige Aus- und Weiterbildungseinrichtung für das Schifffahrts- und Hafengewerbe.